#Impuls 4/ Der Brühwürfel

Hast du schon einmal an einem Brühwürfel gelutscht? Ist nicht zu empfehlen, denn seine Bestandteile sind hoch konzentriert, getrocknet und zusammengepresst. So kann er Platz sparend über lange Zeit aufbewahrt werden. Klein praktisch, in dieser Form aber nur schwer genießbar. Unser Glaubensbekenntnis hat große Ähnlichkeit mit einem Brühwürfel, in ihm hält die Kirche in sehr kurzer und verdichteter Form fest, woran sie glaubt.

Warum das den?

Ein ganz kurzer Blick in die Geschichte hilft, um dies zu verstehen. Vielleicht erinnert Ihr euch, das Jesus am Anfang des Christentums stand. Er begeisterte die Menschen. Unterschiedliche Menschen interessierten sich für seine Sichtweise und die Art wie er die Bibel auslegte. Sie hörten ihm zu, lernten von ihm und diskutierten über das, was sie mit ihm erlebten.
Als er dann aber nicht mehr da war, ging es weiter – die frohe Botschaft verbreitete sich. Wenn du hierzu mehr erfahren möchtest klick hier.

Damals

Nun war es so ähnlich wie in einer Schulklasse, die Menschen wählten eigene Schwerpunkte. Manche verstanden einige Dinge schneller und besser als andere und umgekehrt. Es schlichen sich Fehler ein, manche Dinge wurden auch einfach vergessen weiterzuerzählen usw.. Dies wurde mit der Zeit zu einem Problem, weil es das Christentum in vielen Facetten gab. Es gab Streit, um folgende Frage:

„Was gehört zum Glauben des Christentums?“. Damals klärte man Streitigkeiten, indem man ein Konzil/ Synode veranstaltete. Das bedeutet eine Versammlung einberief und diskutierte. Also fanden zwei große Konzile in Nicäa 325 Chr. und in Konstantinopel 381 Chr. statt. So kamen viele Bischöfe zusammen, mit vielen  unterschiedlichen Meinungen und nach einer langen Zeit einigten sie sich schließlich auf das Glaubensbekenntnis. Dieses Glaubensbekenntnis sprechen wir noch heute.

Heute

Manche Formulierungen klingen in unseren heutigen Ohren komisch und es ist so. Wie einen Brühwürfel kann man das Glaubensbekenntnis auch nicht einfach unverdünnt zu sich nehmen. Man muss diesen Brühwürfel auflösen – in den Erzählungen der Bibel und auch in der eigenen Lebensgeschichte. Glauben lernt man durch Erzählungen, Erzählungen von Menschen, die Erfahrungen gemacht haben mit Gott und dem Glauben an ihn. Nur wenn es uns gelingt, den Brühwürfel aufzulösen, dann kann das Glaubensbekenntnis verständlicher und erfahrbar werden.

  1. Drucke dir das Apostolische Glaubensbekenntnis  aus und unterstreiche, welchen Aussagen du zustimmst, mache Fragezeichen an unverständliche Sätzen oder streiche was du ablehnst. Eine kurze Erklärung zu einzelnen Aussagen hilft dir bestimmt.
  2. Du möchtest gerne darüber reden, diskutieren und Antworten bekommen? Dann melde dich einfach alleine oder mit deinen Freunden bei Johannes. Wir finden einen persönlichen oder digitalen Weg uns auszutauschen!

Zu guter Letzt

Wichtig ist, du musst nicht allen Aussagen zustimmen. Du darfst quasi geschwärzte Stellen in dem Glaubensbekenntnis haben. Denn gut ist, dass der Glaube etwas Gemeinsames ist! Was dir schwer fällt zu glauben, wird von jemanden anderen in der Kirche mitgeglaubt. Und du kannst mit deinem Glauben den Glauben der anderen mittragen, ihre Fragen und Zweifel!

 


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